Die Reederei Croisi Europe hat am 2. April in Nantes ein neues Flusskreuzfahrtschiff offiziell in Dienst gestellt. Vor rund 300 Gästen taufte Bürgermeisterin Johanna Rolland den Neubau auf den Namen „Loire Princesse“.
Mit einem Tiefgang von 70 Zentimetern soll das 90 Meter lange Schiff bis zu 96 Übernachtungsgäste tief in die für ihre Schlösser berühmte Region bringen. „Ein Novum in der Branche“, erklärte Reiseunternehmer Thomas Götten, der das Schiff in Deutschland vermarktet. „Aufgrund der Fahrwasserverhältnisse nutzen bislang lediglich kleinere Tagesausflugsschiffe den Fluss.“
Neue alte Antriebstechnik
Die Breite von rund 15 Meter beschränkt das Schiff allerdings auf das Loire-Revier – für jegliche Kanalschleusen ist es eindeutig zu breit. Verantwortlich dafür sind die seitlich angeordneten Schaufelräder. Diese sind zwar weniger effizient als ein moderner Propellerantrieb, ermöglichen aber die touristische Erschließung des flachen Gewässers südlich der Bretagne.
Jedes Schaufelrad wird von einem eigenen Dieselmotor mit rund 370 Kilowatt Leistung angetrieben. Für die volle Manövrierbarkeit und den Notantrieb sorgen je ein Jetpumpenantrieb an Bug und Heck. Eine Software ermöglicht das Zusammenspiel der vier Antriebseinheiten und des Heckruders. So kann das Schiff ganz konventionell mit Ruder- und Fahrhebel gesteuert werden. Ebenfalls lassen sich die Einheiten einzeln ansprechen.
Konzept für die Elbe
Gebaut wurde die „Loire Princesse“ auf der STX-Werft in St. Nazaire. Dort ist bereits ein weiteres Flusskreuzfahrtschiff im Bau, das unter dem Namen „Elbe Princesse“ zwischen Berlin und Prag verkehren soll. Es wird seine Schaufelräder ähnlich den Mississippi-Dampfern jedoch am Heck tragen. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2016 geplant.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der kommenden Ausgabe von Schiffahrt und Technik.
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